Ich bin ganz krank!

MFMR_Fernweh

 

Hola chica,

jetzt ist es so weit. Ich bin ganz krank und zwar gaaanz fürchterlich krank! Hänge im Wohnzimmer wie eine tote Fliege. Diese Krankheit gibt es noch gar nicht so lange, erst seit rund 180 Jahren, aber sie trifft immer mehr Menschen und Heilung ist, glaube ich, ausgeschlossen! Krankheit als Zeitgeisterscheinung? Ich weiß es nicht, aber was ich weiß ist, dass Du mich angesteckt hast…

Tragische Zeiten! Mein Fernweh macht mir mein Herz ganz schwer. Fernweh? Ja, genau, Fernweh. Du hast mich angesteckt, weil Du nach Barcelona, Stockholm und Mexiko entfleucht bist, hast Du diese unbändige Sehnsucht, vertraute Verhältnisse zu verlassen und sich die weite Welt zu erschließen, in mir ausgelöst und quasi in mir gepflanzt. Auch das Fernweh wächst und gedeiht! Da scheinst Du wahrlich einen grünen Daumen zu haben. 😉 Apropos, wie geht es Deinem Projekt?

Wusstest Du, dass diese Wortschöpfung „Fernweh“ einem gewissen Fürsten Pückler-Muskau zugeschrieben wird, der 1835 erstmals diese Kreation in seinen viel gelesenen Reiseerzählungen verwendet hat? Ich kann ihn nur zu gut verstehen! Selbst Goethe und Schiller hatten diesen tollen Ausdruck noch nicht, geschweige denn Wanderlust. Hier haben wir schon sehr eigenwillige Ausdrücke im Deutschen geprägt und Wanderlust hat es sogar schon 1902 in die Englische Sprache geschafft. Das finde ich glatt über-cool! Hihihi!

Tja, jetzt darbe ich meine Tage hier in Wien mit meinem lieben Fernweh, das sich als sehr hartnäckig erweist, denn nicht einmal Flugbuchungen und Reiseführer zum Einlesen schaffen Abhilfe! Ich geplagter, armer Tropf. Aber bald heißt es auch für mich wieder mit den Wolken ziehen wie Schiller in „Maria Stuart“ dieses einzigartige Gefühl umschreibt:

„Dort, wo die grauen Nebelberge ragen,
fängt meines Reiches Grenze an,
und diese Wolken, die nach Mittag jagen,
sie suchen Frankreichs fernen Ozean.
Eilende Wolken! Segler der Lüfte!
Wer mit euch wanderte, mit euch schiffte!
Grüßet mir freundlich mein Jugendland!“

So will ich als Medikament mich einmal in Vorfreude üben. Aber vielleicht helfen auch Deine schillernden Reise- und Hochzeitsberichte vom anderen Kontinent? Freue mich über jede einzelne Zeile. Ich hoffe, dass ich so die nächsten 2 Wochen gut überstehe! Bei Zeitangaben in Verbindung mit Reisen fühle ich mich ja noch immer wie ein Kleinkind: Keine 20 Minuten im Auto, noch lange in Österreich, aber immer meine fröhliche Frage „Mami, sieht man schon das Meer?“.

Grüße aus der Ferne (oder eben nicht),
Anna

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