humpday roomie wisdom #18: Kampf den Mottentotten!

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Wir Roomies haben in den letzten Wochen unsere dicken Pullis und warmen Wollplaids aus den Schränken geholt und – oh Schreck! – da haben wir ein paar unliebsame Löcher entdeckt! Mottenalarm! So ein Ärger aber auch! nerv

Wie konnte das nur passieren?! Wir hatten doch im Frühling alles fachgerecht weggepackt…:( Weiterlesen

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love me tinder…

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Liebe Anna,

nach Deinen Flirterlebnissen im heissen Nizza und dem Aufruf zum klassischen Rendez-Vous, muss ich mich doch auch mal zu dem Thema Herzensangelegenheiten äussern. Denn seien wir doch ehrlich, der Flirt unterwegs ist aufregend und geheimnisvoll, das Rendez-Vous wünschenswert, nur müssen dafür ja überhaupt erst mal adäquate Kandidaten her! Und diese stehen heute in den Enddreissigern (oh Gott, habe ich das jetzt wirklich gesagt?!) leider nicht mehr ganz so zahlreich Schlange wie damals zu Unizeiten, wo wir jeden Tag cocktailpartylike flirtwillige Jungs kennengelernt hatten. Nein, heute ist es eher ein mühsames Zusammenklauben von unverheirateten, unvergebenen, nicht zu frisch geschiedenen oder getrennten, irgendwie halbwegs seriös an einem Kontakt interessierten und dabei nicht total von der Schiene gekommenen Typen an der Dating-Tagesordnung. Und den Männern geht es dabei ziemlich sicher ähnlich in den weiblichen Fischteichen. Aber das ist hier ja nicht das Thema. 🙂

Um es gleich vorneweg zu nehmen: Erstaunlicherweise bin auch ich keine grosse online dating Freundin…:-) Ich glaube tief drin nach wie vor an die gute alte Zufallsbekanntschaft von unterwegs, im Café oder bei Parties bei Freunden, wo einerseits eine gewisse Vorselektion durch ähnliche Interessen oder gemeinsame Bekannte bereits stattgefunden hat und andererseits der Moment, die Stimmung und das magische Ungeplante eine grosse Rolle spielen. Denn Timing ist ja bekanntlich alles im Leben und wie es scheint ganz besonders im grossen, aufregenden Spiel der Liebe.

Nichtsdestotrotz spricht aber nichts dagegen, den Kreis an möglichen Begegnungen auf die virtuelle Welt auszuweiten, denn die real live Gelegenheiten werden job- und lebensphasenbedingt doch immer rarer. Ein dabei unumgänglich gewordener Kanal, um Männer (jawohl, ganz allgemein Männer, nicht unbedingt DEN Mann und soulmate) überhaupt kennenzulernen, ist tinder. Die mobile dating app, bei der (fast) alle meine verheirateten Freundinnen nur ahnungslos mit den Schultern zucken und meine Single-Freundinnen entweder verschmitzt grinsen oder beschämt zur Seite schauen. Die app, die inzwischen alle nutzen und keiner es zugeben mag. Schliesslich hat man ja keine Schützenhilfe nötig, wenn es um Erfolg in der Partnerjagd geht. Jajajaja, haha! 😉

Wie tinder funktioniert? Ich melde mich per facebook account an, stelle maximal sechs meiner Profilfotos sozusagen als Set Card zusammen, mein Vorname und Alter werden automatisch vom facebook Profil gezogen und los geht’s. Ich könnte mir jetzt zusätzlich noch einen Werbeslogan in eigener Sache ausdenken und ihn unter mein wunderhübsches Foto setzen. Tu ich aber nicht. Ich bin ja einfach nur gespannt, wer denn an mir Gefallen finden könnte, ohne Vorwarnung meinerseits. Ich kann wählen, ob ich an Männern oder Frauen interessiert bin, wie alt die sein sollen und wie weit weg sie wohnen möchten. Sofort werden mir geeignete Kandidaten angezeigt und los geht das ganz persönliche potential Lover Casting.

Da ist Andi, 40 Jahre alt, 45km entfernt…hm, sieht ja noch ganz nett aus, aber in welche Himmelsrichtung diese 45km wohl liegen? Und was ist das da auf dem 2. Bild? Ein Eishockeystadion? Hat der einen Schnauz? Und auf dem nächsten mit seiner Ex und Kind?! Noooo, wisch nach links, no like!

Den nächsten kenne ich. Oli, 38, 2km entfernt. Hmm, der ist also auch auf tinder…hat der nicht eine Freundin?! Egal, nicht mein Problem, vielleicht ist das inzwischen bereits Schnee von gestern…what to do? Die Neugier, ob er mich auch liked macht sich bemerkbar. Es ergibt sich nämlich nur ein match und die Möglichkeit zu chatten, wenn beide den like button drücken oder eben mit dem Finger nach rechts wischen. Andererseits kenne ich Oli ja bereits, also warum auf tinder liken, ich kann ihm ja auch einfach so eine SMS schreiben…hmm…aber hier wäre es gleich klarer, ob er mich denn zurück-liked und somit auch gut findet, zumindest tinder-wisch-nach-rechts-gut. Hmm…ein Dilemma. Und gleichzeitig keins, denn so unverbindlich wie es ist, macht es keinen grossen Unterschied, ob ich ihn, er mich oder wir beide uns liken. Denn das heisst noch gar nichts. Maximal so viel wie ein erstes Lächeln quer durch die gute alte Studentendisco.

Ich habe inzwischen eine ansehnliche tinder Liste von gut 20 Typen zusammen, die irgendwie noch passabel aussehen und das von mir möglicherweise auch finden, sonst hätten wir ja nicht gematcht. ABER! Da hocken sie nun auf meiner Liste und es passiert…NICHTS. Denn jetzt müsste man ja schreiben. Der virtuelle Augenkontakt ist sozusagen gemacht, aber jetzt geht’s an die Mutprobe: das Ansprechen. Manche starten mit einem simplen „Hi“. Ja, „Hi“ zurück, das kommt dem Fingerwisch nach rechts ja in etwa immer noch gleich. Dann wieder Stille. Mit Rainer, 42 bin ich zum Beispiel seit geschlagenen 2 Monaten per „Hi“ verbunden. Sonst nix. Den könnte ich eigentlich mal wieder aus der Liste kippen. Überhaupt dieser Name, das wird eh nix.

Der nächste, Philipp, 39 fragte mich direkt nach dem „Hi“, wonach ich denn suchen würde. Also wie jetzt suchen?! Really? Hier auf tinder? Oder ganz allgemein in meiner Handtasche oder sonst im Leben? Ultimativ eventuell nach einem Mann irgendwie?! Ja Mensch, was ist denn das für eine Frage?! Ich such doch erstmal gar nichts konkretes, ich schau einfach mal, ich bin auf Entdeckungsreise! Ich bin in Flirtstimmung! Ich bin neugierig und lasse mich überraschen, wer hier mit mir sprechen will! Ich weiss doch noch gar nicht, was ich hier finden könnte! „Überrasche mich! Gib mir einen Grund, dass ich hier nach Dir das Suchen anfange!“ …evtl. sollte ich das zurückschreiben?! Haha, Scherz, natürlich nicht, würde er ja wahrscheinlich eh nicht verstehen. NEEEXT!

Mika, 41, 1456km entfernt, Schwede (hatte er als Werbeslogan dazugeschrieben). War vor ein paar Monaten auf Durchreise, jetzt offensichtlich wieder zu Hause, im hohen Norden. Mika schreibt mir immer dienstags. Heaven knows why. Aber irgendwie ist das noch lustig, so völlig blind bis auf ein paar Fotos mit jemandem hin und her zu schreiben, den man eigentlich gar nicht kennt respektive keine Ahnung hat, wie der lacht, spricht, sich bewegt. Trotzdem sind wir inzwischen fast schon ein bisschen befreundet, in guter alter klassischer Brieffreundschaft Manier, einfach online. Ob ich den wohl jemals im richtigen Leben zu Gesicht bekomme? Oder das der Sache einfach nur den Zauber nehmen würde? Hmm…

Und ja, da ist noch Matt, 42, Amerikaner, Expat (keine Werbeslogan, das hatte er mir geschrieben). Ein Neuzugang auf meiner Liste. Uups, jetzt schreibt der schon wieder! Hm, sympathisch…der erzählt gleich bisschen aus seinem Leben, so ganz unverbindlich und locker, wie das meiner Meinung auch zu tinder passt. Unverkrampft, locker und in  let’s-see-what-life-brings mode. Schon eher nach meinem Geschmack. Und nach ein paar lustigen, lockeren real-live-bartalk-ähnlichen messages fragt er, ob wir uns denn mal auf einen Kaffee oder ein Glas Wein treffen wollen? Ja, warum denn nicht? Da würden wir dem erwünschten Rendez-Vous doch endlich näher kommen. 😉

Also meine Liebe, ich muss los, Matt wartet…ich bin gespannt!

Love, Julie

humpday roomie wisdom #16: Tauwetter in der Küche

Wir Roomies rüsten uns gerade für den grossen Herbstputz, damit unsere WG für die dunkle, kalte Jahreszeit, wo wir wieder vermehrt gemütlich zu Hause sitzen und auch unsere Küche intensiver nutzen, blitzeblank ist. Die perfekte Gelegenheit, um auch dem Kühlschrank, der inzwischen eher einer Eisbar gleicht, etwas Erleichterung zu verschaffen und ihn abzutauen. Ja genau, diese mühsame Arbeit, wo man weder weiss, wohin mit den kühlungsbedürftigen Lebensmitteln, noch wie man die dicke Eisschicht loswird, ohne dass sie sich dabei in eine grosse Lache auf dem Küchenboden verwandelt…

Aber um die Lebensdauer von dem treuen Küchenhelfer möglichst aufrecht und die Stromkosten dafür möglichst tief zu halten, lohnt es sich die Prozedur 1-2mal jährlich auf sich zu nehmen.

Outsourcing

Wenn die Temperaturen draussen bereits frostig frisch sind, dann können die Lebensmittel während der Abtauaktion problemlos auf dem Balkon zwischengeparkt werden. Sollte dies nicht der Fall sein, bietet es sich an, möglichst viel von dem Kühlschrankinhalt vor der grossen Schmelze zu essen und den Rest in eine isolierte Frischhaltetasche zu verpacken. Lebensmittel aus dem Tiefkühlfach werden am besten mit Kühlaggregaten in eine Kühltasche verstaut und bei überhitzter Wohnung übergangsmässig in den kühlen Keller verlagert.

Breaking the ice

Als erstes muss der Kühlschrank nun natürlich ausgesteckt werden, sonst kühlt der ja ständig weiter. Dann kann man, wenn man viel Zeit und wenig Lebensmittel hat, einfach die Kühlschranktüre offen lassen, damit das Eis langsam abtauen kann. Wem das zu lange dauert, der kann einen Kochtopf mit heissem Wasser in den leeren Kühlschrank stellen und diesen schliessen, damit die Wärme ihre Wirkung entfalten und das Eis schneller zum Schmelzen bringen kann.

Schmelzwasserentsorgung

Jetzt kommt der mühsame Teil: wohin mit der Schmelze? Bei einer dünnen Eisschicht genügt es ein paar Handtücher unten in den Kühlschrank zu legen, die das Wasser aufsaugen können. Je dicker die Eisschicht, desto schwerer das Geschütz: entweder legt man ein tiefes Backblech unten in den Kühlschrank und fängt so das Wasser auf oder bei ganz dicken Eisschichten lässt man das Eis etwas antauen und hilft dann mit einem weichen Teigschaber aus Plastik oder einem flachem Wender aus Holz etwas nach, um einzelne Eisbrocken herauszulösen. Auf keinen Fall darf aber Gewalt angewendet werden, da schon ein kleiner Riss in der Kühlschrankwand dem Gerät dauerhaft Schaden zufügen kann.

Endreinigung

Nachdem der Kühlschrank nun leer und enteist ist, bietet sich die Gelegenheit ihn mal ausgiebigst zu putzen und nicht nur kurz auszuwischen. Dazu kann man natürlich ein herkömmliches Putzmittel verwenden, oder man mischt etwas Essig in warmes Wasser und reinigt, desinfiziert und beseitigt abgestandene Gerüche gleich mit einem effizienten Wisch.

Neueinzug

Tja, und jetzt steckt man das Ding wieder ein, erlöst die Lebensmittel aus ihrem Exil und räumt alles wieder fein säuberlich ein. Finito, der Winter kann kommen! E

Eure Anna und Julie. Julie und Anna.