Regenwetter…

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Liebe Anna,

es ist zum Heulen…verwöhnt vom letztjährigen Tropensommer bei fast 35 Grad sitze ich nun hier Anfang Juni im grauen, kalten und verregneten Zürich und klappere mit den Zähnen als ob es Oktober wär! Das Saisonabo für die zahlreichen Badeanstalten ist gekauft und sitzt ungeduldig in meinem Portemonnaie, die Sonnencreme ist in Startposition und die gepackte Badetasche steht einsatzbereit im Flur…aber wenn der Himmel so weiterheult, müssen die Kumpanen wohl noch weiter ausharren.

What to do? Während ich also etwas frustriert aus dem Fenster ins graue Nass hinausschau, weil  mit dem Regenwetter nicht nur der Badespass verhindert wird, sondern ich auch bereits wieder im Besitz einer dicken Erkältung bin, bin ich über diesen Spruch von the good vibes gestolpert. „Manchmal sind die Dinge, die wir nicht ändern können, genau die Dinge, die uns ändern.“ Hmmm…er lässt mich nachdenken, dieser Spruch…ändert mich das unveränderbare Regenwetter nun? Oder ändert es nur meine Gewohnheiten? Das reicht ja eventuell schon…? Oder gilt so ein philosophischer Spruch nur für ähnlich philosophische Begebenheiten im Leben und nicht für einen profanen Wetterfrust? Hm hm, es denkt…und dadurch ändert es mich wahrscheinlich bereits in ersten kleinen Schritten, denn wenn heiterer Sonnenschein wäre, dann müsste ich ja gar nicht darüber nachdenken, sondern würde bereits im Utoquai mir die Sonne auf den Bauch scheinen lassen – so wie immer im Juni.

Nun kann ich also wählen zwischen frustriertem Wetterschimpfen und dem Ändern, dem Umdenken, dem Gewohnheiten über Bord werfen und dadurch neue Erfahrungen in meinem Leben willkommen heissen. Zum Beispiel könnte ich ja einen Regenspaziergang am See entlang machen statt in der Badi zu liegen, der See wirkt nämlich ganz anders wenn er so grau ans Ufer schwappt und geduldig das zusätzliche Wasser aufnimmt…die Enten gehen ungestört ihrem daily business nach und bei dem Wetter kommt eigentlich nur an den See, wer entweder ein Kind oder einen Hund oder beide zusammen ausführen muss oder wer einfach die Natur an sich mag, egal was für ein Wetter herrscht. Und während ich da so dahin spaziere, merke ich plötzlich, wie gut es mir dabei eigentlich geht, wie sehr ich die frische Luft und die frechen Regentropfen auf meiner Nase mag, wie alles viel ruhiger und entspannter ist als bei Sommerhochbetrieb.

Und so hat mich das unveränderbare Regenwetter vielleicht doch etwas verändert, sicher nicht grundlegend, aber es hat meine Haltung gegenüber dem Regen etwas verändert,  es lässt mich nicht mehr nur traurig aus dem Fenster schauen, sondern es zieht mich plötzlich raus an den See an die frische, vom Regen gereinigte Luft und entspannt mich ähnlich wie ein fauler Nachmittag in der Badi, einfach anders. 🙂

Regnerische Grüsse mit verändertem Blick sendet Dir

Deine Julie.

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