Wer kennt… Johann von Herbeck

Liebe Julie,

wenn man einmal damit anfängt, seine Äuglein mehr zu öffnen, dann stolpert man öfters als gedacht über kleine und größere Gedenktafeln. Letzthin warte ich auf eine Freundin gegenüber meines Wohnhauses und dabei fällt mir auf der prunkvollen Jugenstil-Fassade die „Johann von Herbeck“ Tafel plötzlich ins Auge. Wer ist denn das jetzt schon wieder? Schön langsam komme ich mir dumm vor, daher habe ich wieder einmal recherchiert.

mfmr_fleischmarkt

Der Fleischmarkt im wunderschönen 1. Wiener Gemeindebezirk war schon im Jahre 1220 unter diesem Namen bzw. „Carnifices Viennensis“ bekannt. Der liebe Johann kam allerdings erst im 19. Jahrhundert an diesem schönen Flecken vorbei. Einen Tag nach dem Christkind erblickte er 1831 das Licht der Welt, fing seine musikalische Karriere als Sängerknabe im Stift Heiligenkreuz an, spielte Klavier und studierte an der philosophischen als auch juridischen Fakultät, um danach erstrecht etwas ganz anderes zu werden und zwar künstlerischer Leiter der Aufführungen des Josefstädter Kirchenmusikvereins. Wenig naheliegend wie ich finde, aber dafür umso spannender und er galt mehr oder weniger als Autodidakt. Er arbeitete aber auch als Dirigent mit großer Bekanntheit und vergleichsweise untergeordnet als Komponist, was schon viel besser zur künstlerischen Ader passt. Es liest sich sehr beeindruckend, was der liebe Johann alles in seinem Leben erreicht hat:

– Begründer des Wiener Singvereins
– Kapellmeister und später Direktor der Wiener Hofoper
– Entdecker der „Unvollendeten“ von Franz Schubert, die er zur Uraufführung brachte
– Besitzer zahlreicher Orden und Auszeichnungen und somit Johann Ritter von Herbeck

So sieht er aus, der liebe Johann. Modischer Bart für die damalige Zeit (wäre heute ein Hipster, da bin ich mir sicher) und fesch zurecht gemacht. 😉

mfmr_johannes_von_herbeck

Schwer verkennbar war er eine wichtige Persönlichkeit des Wiener Lebens und kannte Gott und die Welt. Mitunter war er Förderer von Anton Bruckner. Selbst über seinen Tod im Jahr 1877 hinaus strahlt er weiter und wurde in der Herbeckstraße im 18. Bezirk namentlich verewigt sowie in Pörtschach am Wörthersee mit dem Denkmal „Herbeck’s Ruhe“ im Park der Halbinsel. Sein Ehrengrab ist am Wiener Zentralfriedhof Gruppe 32 A, Nummer 32 zu finden.

Winke, winke von den Streifzügen durch die Wiener Innenstadt,
Anna

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