humpday roomie wisdom #69: Wir müssen reden…

copyright thefrisky.com

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Gäbe es eine Stress-Olympiade, so würde der Satz „Wir müssen reden…“ sicherlich ungeschlagen Platz 1 belegen. Feuchte Hände, wallartige Schweißausbrüche, kleine Panikattacken, erste Horrorvisionen machen sich breit. Was will dieser Mensch von mir? Umgekehrt ist es allerdings auch nicht viel einfacher, wenn man Kritik üben will und kein gefühlskalter Klotz ist. Wie spricht man also am besten ein unangenehmes Thema an? 

Wir stehen immer wieder vor dieser Herausforderung, sowohl im Beruf bei Gehaltsverhandlungen oder unliebsamen Problemen mit den Kollegen als auch privat, wenn der Partner oder die beste Freundin etwas gemacht hat, was man nicht möchte oder einen etwa gekränkt hat. Anlässe gibt es derlei genügend… Aber wie ansprechen? Ringt euch mit uns durch und lasst uns den Knödel im Bauch lösen:

Direktheit siegt!
Redet nicht um den Brei herum, lasst euch nicht zu Andeutungen hinreisen oder fangt schon gar nicht damit an beleidigte Leberwurst zu spielen, vielmehr heißt es gerade und direkt heraus mit dem Problem, ohne Umschweife. Eine hochgezogene Augenbraue reicht nicht! Auch kein Naserümpfen. Oder hast du Lust auf Rätselraten? Bringt euer Anliegen aufs Tablett, beschreibt wie ihr euch damit fühlt und gebt eurem Gegenüber dabei die Chance, den Ball aufzunehmen. Was stört dich, warum und welche Lösungsansätze schweben dir vielleicht schon vor. Und das alles bitte höflich und fair, gerne mit Nachdruck, aber ohne Beflegelungen oder persönlichen Angriffen. Emotion kommt von alleine, sollte aber unter Kontrolle bleiben – vor allem bei beruflichen Gesprächen dieser Art!

Unmittelbarkeit punktet!
Aus der ersten Emotion, Rage oder Wut heraus ist es nie besonders klug zu handeln oder zu reden. Abkühlung ist zuerst das Zauberwort der Stunde, aber danach gilt: Wartet nicht zu lange mit eurem Anliegen, denn irgendwann ist es zu spät und es fällt auf der anderen Seite der all zu langen Bank hinunter. Aufheben gilt dann nicht, denn alte Kamellen wieder aufwärmen ist ein No Go! Also lieber gleich so schnell wie möglich die Situation ansprechen, damit euer Gesprächspartner sich noch erinnern kann und ein konstruktives Gespräch entstehen kann. Oder erinnert ihr euch etwa, warum ihr euch wie vor ein paar Monaten verhalten habt? Das kann sehr schwer fallen, vor allem, wenn es dem anderen gar nicht bewusst ist.

Ambiente zählt!
Mitten am Gang, am Telefon in der U-Bahn oder in der Öffentlichkeit gehen solche Gespräche unmöglich! Achtet auf das Ambiente, dass dieses an und für sich angenehm ist und die Gesprächssituation positiv beeinflusst. Unter vier Augen an einem guten Ort kann eine solche Auseinandersetzung schneller gut erledigt sein als gedacht.

Locker bleiben!
Leichter gesagt als getan, aber steh zu deinen unguten Gefühlen, verleihe ihnen Ausdruck, gerne auch mit „Es ist nicht einfach für mich das anzusprechen…“ oder „Bitte versteh mich nicht falsch, aber…“. Einfaches Aufregen ist bei Weitem einfacher… Wenn du nicht zu dir stehst in diesem Moment, wird es später umso schwieriger für beide Seiten. Außerdem zeigt es, dass du dir Gedanken gemacht hast und dir etwas an der Beziehung liegt. Das ist vor allem wichtig, wenn der Betroffene völlig aus den Wolken fällt ob deines Anliegens.

In der Kürze liegt die Würze!
Dein Anliegen ist wichtig, keine Frage, aber trotzdem solltest du schnell auf den Punkt kommen und nicht anfangen, das Problem zu zerreden. Schnelle Klärung ist gefragt und sollte das nicht möglich sein, was uns auch schon passiert ist, dann Bedenkzeit nehmen und bei einem vereinbarten neuen Termin die offenen Punkte besprechen. Vorwurf gegen Vorwurf ist wenig produktiv und belastet beide Seiten mit negativen Gefühlen.

Be prepared! Viel Erfolg bei euren Herausforderungen. Wir stellen uns den unseren.

Alles Liebe,
Anna und Julie. Julie und Anna.

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