Anna’s Wachauer Wein Trouvaille #2in1

Liebe Julie,

den ersten Eindruck des Wachauer Weinfrühlings habe ich mir ja schon vor Jahren gemacht und es ist ein nachhaltiger geblieben wie du weißt, was du aber nicht weißt, ist, dass diesmal die Schweizer Eidgenossen zu Gast waren. Na, was sagst du jetzt? Als ob das nicht genug wäre, hatten wir auf unserem Weingut einen besonders lieben Gastwinzer zu Besuch. Das war quasi die Trouvaille #1. Was ist #2, bitte?

Zuerst will ich noch bei Trouvaille #1 bleiben, denn Christian Zündel ist ein extrem interessanter Schweizer Winzer. Nachdem Bilder mehr als tausend Worte sagen, hier ein ein kleines Porträt:

Diese lustigen Augen verraten schon sehr viel wie ich finde. Klar schauen sie einen an, aber auch fragend und man trifft hier auf einen spannenden Charakter, ganz wie sein Wein. Biowinzer, ist Christian Zündel, um genau zu sein und normalerweise ist er im Tessin, in Beride zwischen dem Lago Maggiore und dem Luganer See zu finden.
Er käme mehr von der Natur und dem Boden her, meinte er auf meine erste Frage hin wie wo was, und nicht vom Wein. Das versteht sich vor allem auch als Haltung. So habe ich gelernt, dass gewisse Weinstöcke lieber im Wald sind und hier mit anderen Wurzeln wie bspw. von Bäumen kommunizieren sowie Pilze und diverse kleine Waldbewohner brauchen, um sich wohl zu fühlen. Spannend! Was macht dann so ein armer Rebstock im Weingarten? Zu viel Domestizierung, hieß die kühle, klare Antwort. Mein Kopfkino ließ mich daraufhin gedanklich durch einen Wald stapfen, der mit Weinrebenlianen verwachsen war. So eine Ernte wäre ja einmal etwas Besonderes!

Was weniger Fragen aufgeworfen hat war allerdings die Rebart. Christian baut zum Großteil Rotwein an, was der Lage, dem Boden und dem Wetter geschuldet ist. Merlot, um genau zu sein, ist sein Steckenpferd. Frühreifend, damit bei der kühlen Lage hier ein wenig aufgeholt werden kann. Christian ist ein Anhänger des minimalen Eingriffs, sehr der Natur verschrieben, denn mit einigen Reben könnte man ja so allerhand machen, wenn man wollte. Den Wein extrem formen. Aber genau das will er nicht.
Bei Rotwein ist mein Wissen leider eher rudimentär, aber das hat meine Neugierde geweckt. Der Geschmack ist allerdings überzeugend, vor allem, wenn einem jemand wie Christian die Tannine und Geschmacksentwicklungen erklärt. Der Terraferma war für mich Einsteiger natürlich leichter zu begreifen, aber der Sass war eine reine Freude, die sich sicherlich nicht nur auf Newbies wie mich beschränken würde. Wenn du noch einen lustigen Bericht lesen möchtest, bitte hier lang.

Jetzt könnte ich Dir noch ewig von den netten Gesprächen erzählen, aber das tue ich lieber in Persona.

Trouvaille #2 bezieht sich natürlich auch auf Wein, aber damit ich hier niemandem ins Gehege komme, geht es hierbei um einen Weißen.
Jamek hat neuerdings einen Sauvignon Blanc auf seine Liste aufgenommen und  zwar ein kleines Federspiel – quasi ein Wein im Kabinettbereich. Dieses süffige Novum zeichnet ein intensiver Duft nach Stachelbeeren, weißen Ribiseln und Holunderblüten aus sowie eine elegante Säurestruktur. Und was war der Tüpfelchen auf dem i? Dass die Etikettfarbe perfekt zu meinem Dirndl gepasst hat. Hach, was willst du mehr? Designfreak bleibt eben Designfreak.

Nachdem wir jetzt schon fast die ganze Schweiz zu Gast hatten beim Weinfrühling, hoffe ich doch stark, dass wir endlich dich im nächsten Jahr gewinnen können. 😉 Ansonsten muss ich dir eine kleine, österreichische Weinrebe für deinen Balkon mitnehmen. Vielleicht kommuniziert ja eine spezielle Rebart besonders gerne mit Blumen…

Dickes Busserl aus Wien,
Anna

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