Wer kennt… Stifters Sonnenfinsternis?

„Seltsam war es, daß dies unheimliche, klumpenhafte, tief schwarze, vorrückende Ding, das langsam die Sonne wegfraß, unser Mond sein sollte, der schöne sanfte Mond, der sonst die Nächte so florig silbern beglänzte; aber doch war er es, und im Sternenrohr erschienen auch seine Ränder mit Zacken und Wulsten besetzt, den furchtbaren Bergen, die sich auf dem uns so freundlich lächelnden Runde türmen.“ schrieb Adalbert Stifter heute vor 75 Jahren.

Es handelt sich hier um das seltene Phänomen einer totalen Sonnenfinsternis, die von Österreich aus zu sehen war, genauer gesagt jene, die Stifter von seiner Wohnung aus in der Seitenstettengasse 2, am 8. Juli 1942 um 5:51 Uhr und 9 Sekunden, aus dem Kornhäuselturm heraus betrachtete. Stifter war ein Liebhaber des Sternenhimmels und grandioser Weltschmerzdichter. Stifter erweist sich in seiner „Sonnenfinsternis“ aber als grandioser Wortkünstler: Dieses Naturspektakel ist für ihn ein Requiem, ein Dies irae, der unser Herz spaltet, daß es Gott sieht.

Und all das wurde an der Gedenktafel festgehalten. Also nicht mehr wundern und staunen, sondern wissen. 😉

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