Auf auf zum Wachauer Weinfrühling

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Liebe Julie,

kaum zu fassen, aber es ist schon wieder ein Jahr um und der Wachauer Weinfrühling steht vor der Türe! Oh, wie ich mich freue. Ab morgen geht es wieder los: Der neue Wein von über 100 Vinea-Winzern wird verkostet, von Federspiel bis Smaragd – nach Herzenslust! Wem also am Wochenende langweilig ist, der ist selber Schuld.

Eine wahnsinnig nette Neuerung finde ich auch, dass seit letztem Jahr immer viele Gastwinzer aus dem Ausland mit von der Partie sind. Dieses Jahr sind rund 20 Winzer vom VDP Pfalz angereist, um am Weinfrühling teilzunehmen. Bislang war ich ja nicht so ein großer Fan deutschen Weins, da ich im Rheinland für meinen Geschmack immer süßen Wein kredenzt bekommen habe trotz trockener Etikette, aber in letzter Zeit wurde ich immer wieder sehr positiv überrascht!

Somit werde ich mich wie üblich beim herrlichen Weingut Jamek herum treiben, falls mich jemand sucht und nach all den Jahren noch nicht weiß, wo ich zu finden bin. Und beim Jamek gibt’s einfach genügend Freiheit! 😉
Einen ganz geheimen Rat darf ich schon jetzt geben: Dr. von Bassermann-Jordan wird als pfälzischer Gast mit am Jamek’schen Weinfrühling sein. Das sollte man sich nicht entgehen lassen! Zur Einstimmung drei Best-ofs:

Wer auf Diplomatie setzen will: „Än gude Pfälzer Riesling bekehrt jeden Fiesling.“
Für Trinkfeste wär’s dann wohl eher dieser Spruch: „Kä Hinkl, kä Ei – Kän Winzer, kän Woi.“
Oder ganz frei nach dem Pfälzer Motto: „Riesling is Riesling is Unsinn.“

In diesem Sinne, wer kommt mit und entdeckt mit mir neue Weine? Los geht’s!

Beschwipste Grüße,
Anna

Hey Beautiful! Darling! Honey! Gorgeous!

Ääänna dear!!

Ich bin schon wieder ganz amerikanisiert! Love it! Alles ist so awesome hier…da muss es einem ja gut gehen! Jeder grüsst freundlich und wünscht mir a wonderful day, der Service ist aufmerksam, aber nicht aufdringlich und ich fühle mich wie die schönste Prinzessin auf Erden…oder eben in Miami Beach. Sweet Lord.

Kaum bin ich am Dienstagabend bei sommerlichen 30 Grad Celsius gelandet, überkam mich auch schon dieses vertraute Sehnsuchtsgefühl…dieses Gefühl, das mich beim Reisen immer überkommt…diese Mischung aus unendlicher Freiheit und etwas melancholischem Heimweh. Sie umarmte mich ganz sachte und unbemerkt von hinten, sobald ich aus dem Flugzeug gestiegen war, und lullt mich seither zusammen mit der wunderbar warmen Luft in einen amerikanischen Cotton Candy Bausch ein.

Was ist es nur, was mich in der Fremde so aufatmen lässt? Ganz banal einfach die Distanz zum Alltag oder das Gefühl, dass ich hier ein unbeschriebenes, anonymes Blatt bin und mich neu erfinden könnte? Ich weiss es nicht so genau, muss es eigentlich auch nicht wissen, denn das Gefühl an sich ist ganz einfach wunderbar und ruft in mir ein unendliches Wohlbefinden hervor.

In Amerika ist es speziell die allgegenwärtige Grosszügigkeit, die dieses Wonnegefühl so schürt. Schon wenn ich vom Flughafen auf dem Rücksitz eines yellow cab in der Abenddämmerung Richtung downtown schaukle, geht es los. Der Himmel ist nicht einfach rosa, sondern in der ganzen Regenbogenfarbenpalette verfärbt! Die Strasse ist überdimensional breit und sechsspurig befahren – all stressfree, because we’re cruising man! Hoch in den Himmel ragende Palmen säumen den Highway und grüne Richtungsschilder versprechen mir endless possibilities, wohin die Reise gehen könnte…und genau dieses amerikanische Credo, dass es Möglichkeiten gibt, diese „live your dream“ Haltung, die es mir von jeder schrill leuchtenden Anzeigentafel förmlich ins Gesicht blendet, fasziniert mich hier immer wieder aufs Neue.

Ein ganz anderer Ort, wo ich vor lauter Grosszügigkeit entzückt aufjuchze und mein Herz sofort viel höher schlägt, sind die amerikanischen Supermärkte. Ich habe das Glück, dass mein Hotel direkt gegenüber von einem Whole Foods gelegen ist. Whole Foods ist sozusagen die amerikanische Version von einem europäischen Reformhaus – nur seeeehr viel grösser und seeehr viel cooler! Aber darum geht es jetzt nicht, es könnte auch eine andere amerikanische Supermarktkette sein. Der Punkt ist, dass ich auch hier von Möglichkeiten regelrecht überrannt werde! Meterhoch stapeln sich etwa fünfzig unterschiedliche Müslisorten, Milch gibt es in grossen Plastik Gallons von“ organic valley farm“ über „horizon organic“ bis zu „over the moon“ (sind das nicht ganz wundervolle Namen für Milch Marken?!) und das Gemüseregal lacht mich proppevoll in den knalligsten Grüntönen einladend an, mich healthy zu ernähren. Oder die drugstores! Ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll, für jedes Wehwehchen und Haarproblem gibt es hier eine spezifische Lösung. Und das 24/7. Isn’t that just amazing!

Du siehst, ich fühle mich absolutely wonderful hier und trunken vor lauter Freiheits- und Reiseglück sende ich Dir a sunny hello from the States!

Love, Julie