Alles wieder auf Tohuwabohu

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Liebe Julie,

hihihi, was musste ich lachen als ich deine Nachricht gelesen hatte in weiter Ferne! Herrlich!!! Und oft habe ich mich ein wenig ertappt gefühlt… 😉

Auch ich bin gut ins neue Jahr gestartet bzw. eigentlich bin ich wieder einmal vor Silvester erfolgreich geflüchtet. Ich hab’s ja bekanntlich nicht so mit den Neujahrsvorsätzen. Gemäß meiner ungeduldigen, sturen Persönlichkeit muss es bei Veränderungen sofort, hier und jetzt sein. Die besten neuen Ideen kommen mir dann natürlich just in jenem Moment, in dem ich mal aus dem Alltag gerissen bin, sprich im Urlaub. Insofern ganz schön clever über den Jahreswechsel zu entfleuchen, denn so kann ich dann wiederum doch mit Vorsätzen aufwarten. 😉 Gell, jetzt lachst du…

Schon vor dem Urlaub ist mir dieser kleine, nicht bestellt Schwimmreifen aufgefallen, der mich unendlich nervt, weil das nie eine meiner Problemzonen war. Grrr… Wagenlos wie ich bin, spüre ich das an meiner Testjeans, die ein wenig gezwickt und wo sich ein blöder Muffin-Top gebildet hat. Oh Graus! Die schlagartige Ernährungsumstellung im Urlaub kam von alleine und die habe ich auch gleich genützt und weiter fortgesetzt: viel Gemüse, mehr Obst, nur die vielen Nudeln und Kohlenhydrate versuche ich zu reduzieren. Also die bösen Weizennudeln. Reisnudeln sind ja viel besser und wurden neu integriert. Hihi! Der Erfolg stellt sich schon ein wenig ein und ich freue mich. Obwohl mein Dinner-Cancelling-Plan von zahlreichen Essenseinladungen torpediert wird.
Dem aber nicht genug, habe ich mir neuerdings eine Mini-Gymnastikeinheit in der Früh  eingeplant. 15 Minuten herum hampeln wie ich das bezeichnen würde, aber lustiger Weise hat das tatsächlich einen Effekt und die Verspannungen kommen nicht so schnell, die Muskeln werden ausgeglichener und das Kopfweh schwindet. Das hätte ich mir jetzt selber gar nicht erwartet angesichts dieses Mickey-Mouse-Pensums.

Ansonsten herrscht mein fröhliches Tohuwabohu, weil ich überraschender Weise mehr Ideen habe als ich umsetzen kann und so mancher Versuch in üblem Chaos endet. Aber das kennst du ja… Jetzt klebt ein Riesenblatt im Vorraum, auf dem ich mir Bilder skizziere, weil ich ja ohnehin ausmalen möchte. Wann? Ich arbeite daran… 😛 Meine neue Kleiderordnung hat dazu geführt, dass jetzt sowohl im Schlaf- als auch im Badezimmer anarchische Zeiten herrschen. Meine Reisepläne bzw. Nicht-in-Wien-sein-Auszeiten funktionieren super, abgesehen von einer sinnvollen und vereinbaren Putz- und Bügelpolitik. Mein kleines Reich, das reinste Tohuwabohu. Irgendwie ist vieles doch beim Alten geblieben inklusive dem Schein-nach-außen-Wahren, dass bei mir alles picobello ist. Aber wie sage ich immer so gerne „Zwischen zuwenig und zuviel ist dem Narren sein Ziel“.

In diesem Sinne, noch fröhliche Jännertage, fühl dich gedrückt!

Bussis aus Wien,
Anna

The Monthly Roomie: Januar (want) to do’s – Vorsätze

Und, wie läuft es so mit dem Einhalten der gefassten Vorsätze? Hm? Bitte, wie?

Ok ok, wir stellen keine weiteren Fragen, denn wir können es uns bereits vorstellen…:-)Aber seid beruhigt: es geht doch allen gleich. Schon im Dezember geht es los mit dem „nächstes Jahr wird alles besser“ Syndrom, eifrigem Listen schreiben und einem leichten, freudigen Kribbeln, dass nun endlich das Jahr bevorsteht, in dem das Leben mit Sicherheit die alles entscheidende Wende nehmen wird…bis…tja, bis eben circa Mitte Januar, wenn man sich immer noch nicht im Fitness Studio eingeschrieben, der Schokoladenhunger noch nicht nachgelassen hat und der Kleiderschrank nach wie vor überquillt, aber man doch nix anzuziehen hat. Der Moment, wo einem die leise Ahnung beschleicht, dass dieses Jahr wohl auch nicht viiiiel anders wird als letztes…und man entweder etwas frustriert die Vorsätze wieder aufgibt, oder…haha ja ODER! man sich selbst einen Tritt gibt und endlich loslegt!

Zum Beispiel mit der Garderobe…Kleider ausmisten ist eine perfekte Januar Beschäftigung. Die Jeans, die letztes Jahr schon nicht gepasst hat, kann nun endlich final weg, das Kleid, das an den Hüften immer etwas komisch absteht, wird auch dieses Jahr nicht besser und überhaupt, im Frühling will im Schrank dann wieder Platz für luftig leichte Sommerkleidung sein. Nur, wie die Aufgabe angehen? Es gibt ein Buch von der Japanerin Marie Kondo, das Magic Cleaning heisst. Eine recht radikale aber effektive Anleitung zum Aufräumen nach dem Happiness Prinzip. Ihr fragt euch jetzt bestimmt, was Aufräumen mit Glücklich sein zu tun hat. Das erklären wir gleich. Aber wir finden, es passt schon mal zu einem anderen beliebten Neujahrsvorsatz, nämlich im 2017 zufriedener und glücklicher zu sein, n’est-ce-pas? 🙂

Die KonMari Methode (so nennt Marie Kondo ihr Happiness Prinzip) beruht darauf, die Garderobe nach gleichen Kleidungsstücken auszusortieren und dazu nur das zu behalten, was einem wirklich glücklich macht. In der Umsetzung geht das folgendermassen: Du nimmst zum Beispiel alle Hosen oder alle Oberteile der gleichen Sorte wie T-shirts, Blusen, Langarmshirts, Tanktops etc., die Du besitzt (also nicht nur die im Schrank, sondern auch die, die evtl. in einer Sommergarderobenkiste auf dem Speicher vor sich hinschlummern), schmeisst alles auf einen Haufen (damit Dir bewusst wird, wieviel Zeug Du eigentlich hast) und dann geht es los. Jedes Stück wird in die Hand genommen, der Happinessbarometer gefühlt und je nach Befinden auf den yay Haufen für Behalten oder nay Haufen für Weggeben gelegt. So geht man Kategorie für Kategorie durch (kann also auch wunderbar in bits and pieces gemacht werden, wenn man nur kleine Zeitfenster fürs Aufräumen hat) und fühlt sich beschwingt und leicht, da Ballast ab- und unglücklichmachende Kleidung weggeworfen wird. Easy, right? 😉

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Viel Glückliches beim Aufräumen und Einhalten der sonstigen Vorsätze wünschen Euch,

Anna und Julie. Julie und Anna.

Advent Flash #11

Der Countdown läuft…nicht nur für Weihnachten, sondern auch für ein neues, frisches, unbeschriebenes Jahr 2017! 🙂 Nehmt euch doch heute, mitten im Weihnachsstress, mal einen Moment Zeit für dieses neue Jahr, das da gleich ums Eck wartet: was wollt ihr erreichen, besser machen, endlich aufhören? 

less is (once again) more…

Liebe Anna,

Da dappelt das neue Jahr bereits seit 10 Tagen so dahin und ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich die Umsetzung der nur halbherzig gefassten Vorsätze nun eigentlich doch endlich ernsthaft in Angriff nehmen soll…

Halbherzig, weil ich vor ein paar Jahren eigentlich aufgehört hatte, mir für das neue Jahr jeweils etwas vorzunehmen, der Frust der Nicht-Umsetzung war doch jedes Mal eher hoch. Aber dennoch reizt es mich jedes Jahr Ende Dezember wieder, ob ich es diesmal nicht doch schaffen könnte, die 5kg zu viel loszuwerden, meine Agenda nicht 3 Wochen im voraus komplett zu verplanen, so dass eh keine Zeit bleibt für spontane Unternehmungen oder eben doch endlich mal meine Garderobe ausmisten.

Und heute wo ich an einem verregneten Sonntag so faul auf dem Sofa rumliege und in ein paar Magazinen rumschmöker, fällt mir ein Artikel mit dem Titel „Mini-Schritte“ ganz besonders auf. Vielversprechend finde ich. 🙂

Der Artikel beschreibt die japanische Kaizen Methode, die aus den Wörtern Kai (Veränderung) und Zen (zum Besseren) zusammengesetzt ist: Wandel erreicht man nicht durch radikale Veränderung, sondern nur durch kleine Schritte. Der stete Tropfen lässt grüssen…

Der Mensch ist bekanntlich ja ein Gewohnheitstier. Wir träumen alle gerne von einem besseren Leben, einem interessanteren Job, einer gesünderen Ernährung, einem tolleren Partner…aber wenn es dann wirklich darum geht, etwas aktiv dafür zu tun und zu verändern, wirklich aus der Komfortzone auszubrechen, packt uns regelmässig die Angst. Völlig normal wenn es nach dem Wissenschaftler Robert Maurer (Professor an der medizinischen Fakultät der University of California) geht. Die Blockaden, die wir bei der Umsetzung von Veränderungen spüren, werden vom Mittelhirn, unserem eingebauten Überlebenszentrum, gesteuert. Dort sitzt die Amygdala, die zentrale Schaltstelle, die nicht nur bei drohender Gefahr, sondern eben auch bei Abweichen von der Routine Alarm schlägt.

Die Idee von der Kaizenstrategie ist nun, dass wir die Amygdala durch kleine Schrittchen austricksen, die nicht reichen, um den Alarm auszulösen. Je mehr solche kleiner Schritte gemacht werden, desto mehr neue Verbindungen werden im Gehirn geknüpft. Die Widerstände gegen die Neuerungen werden weniger werden und bald sieht das Hirn die neue Verhaltensweise als normal an, ja im Glücksfall verlangt sie sogar danach.

Eine Wunderlösung finde ich! Gerade ich, die ich doch von mir selbst weiss, dass mein grösstes Hindernis die Überwindung ist (meine Amygdala scheint besonders sensibel eingestellt zu sein…). Ich werde von heute an nun also statt der ganzen 5 Stockwerke die Treppe mal bis ins erste nehmen und von da an den Lift. Ist nicht ganz so abschreckend. Oder einfach mal einen Abend pro Woche bewusst für Spontanes freihalten. Oder wenigstens einen Stapel in meinem Kleiderschrank aufräumen. Klingt doch gar nicht so beängstigend, oder? 🙂

Ein weiterer Punkt der Kaizen Methode zur Veränderung ist, sich selbst keine strengen Vorschriften zu erteilen wie etwa: diese Woche esse ich gar nichts Süsses! Sondern sich simple Fragen zu stellen, denen einfache Taten folgen können. In etwa: was kann ich heute anders machen, damit ich gesünder lebe? Unser Gehirn liebt Fragen, da sie Möglichkeiten offen lassen und nicht wie strikte Befehle Stress auslösen. Also, was kann ich tun? Zum Beispiel 1 Stück Schokolade weniger essen pro Woche. Sollte zu schaffen sein.

Tja, dann versuche ich das doch mal. „Treppe bis in den ersten…“…ja, meine Amygdala scheint nix gemerkt zu haben, alles ganz normal, keine Stressmerkmale festzustellen, im Gegenteil, eher aufgeregte Vorfreude und ein schelmisches Grinsen über meinen ausgefuxten Plan! 🙂

Alles Liebe,

Julie